• Ligurische Grenzkammstraße
    Ligurische Grenzkammstraße Endurowandern in den Alpen

Endurospaß in den Alpen



Letztes Jahr (2011) entstand über Twitter die Idee zu einer Enduro-Alpenschottertour.
Mein erster Gedanke dazu war: "Ligurische Grenzkammstraße".
Die LGKS ist eine alte, ehemalige Militärstraße entlang der französisch-italienischen Grenze, mit viel Offroadpotenzial und für Motorräder (wieder) legal befahrbar. 




Bei unserer Planung war zuerst relativ schnell klar, dass unsere Alpenschottertour nicht länger als eine Woche dauern sollte, was mit An- und Abreise auf zwei Rädern aber etwas knapp für die LGKS gewesen wäre.
Dann reduzierte sich aber terminbedingt die Teilnehmerzahl auf Tom, Stephan und mich. Und da uns mit Tom nicht nur ein neuer Mitstreiter, sondern auch ein Auto mit Kraft und Anhängerkupplung zur Verfügung stand, packten wir unsere Moppeds kurzerhand auf einen Hänger und fuhren bequem in einem Rutsch runter nach Limone/Piemont, wo wir unsere Homebase auf dem örtlichen Campingplatz einrichteten.

Am ersten Tag erkundeten wir, noch etwas geschlaucht von der Anfahrt und mit einem kränklichen Stephan, erstmal vorsichtig die Gegend. 
Ich war etwas nervös und gespannt was uns "da oben" erwartet und wie ich mit dem Dickschiff auf dem Geröll zurechtkommen würde. Und war da nicht mal was mit Höhenangst? 
Die ersten Meter auf Schotter machten mir aber sofort tierisch Laune. 
Ich fiel wohl immer etwas hinter Tom und Stephan zurück, aber ich hatte einen Riesenspaß und kam mit der Africa Twin wunderbar zurecht. Meine Höhenangst spielte erfreulicherweise überhaupt keine Rolle. Ich konzentrierte mich meistens so sehr auf das, was vor meinem Reifen passiert, dass ich später, beim Betrachten der Bilder aus der Helmkamera (Youtube), hin und wieder erschrak wie steil es da rechts und links runterging. 

Ganz am Anfang trafen wir zwei Reiseenduro-Fahrer die direkt bei der ersten, im Vergleich harmlosen, geschotterten Auffahrt die Straße als unfahrbar deklarierten und wieder umkehrten. Da sie ihr komplettes Gepäck aufgeschnallt hatten, war das wohl eine gute Entscheidung. Mit Gepäck möchte ich die Strecke nicht unbedingt fahren. Auch wenn wir später noch eine Ducati Hypermoto und eine Honda Hornet auf der LGKS getroffen haben - empfehlen kann ich das keinem. Das ist weder für das Motorrad, noch für das Nervenkostüm des Fahrers besonders förderlich. 

Wir hatten, dank Tom, der die Planung und Navigation in die Hand genommen hatte, jeden Tag auf's neue wunderschöne, abwechslungsreiche Touren, bei perfektem Wetter. Zumindest bis zum letzten Tag. Denn da  blieb einfach mal so die Africa Twin stehen und verweigerte den Dienst. 
Nach einigem ausprobieren fiel die Diagnose auf die Benzinpumpe. Die wurde wohl schon mal ausgetauscht, weswegen ich mir vor dem Urlaub keine großen Gedanken über dieses bekannte Africa-Twin-Problem machte, aber ich habe nicht bedacht, dass der Austausch nun auch schon wieder 35.000km zurück liegt. 
Meine Theorie war, dass wenn der Tank ganz voll ist, der Sprit auch ohne Pumpe in den Vergaser kommt. So bin ich bei Stephan hinten drauf 50km zur nächsten Tanke gefahren um Sprit zu holen. 
Aber auch mit vollem Tank tat sich nix. Glücklicherweise hatte ich meinem Unmut über Twitter Luft verschafft und bekam so den Hinweis gezwitschert, die Benzinschläuche vor der Pumpe zusammen zu stecken. Eigentlich ganz logisch, in der Hektik ist von uns aber keiner darauf gekommen. Nach der famosen Kombination der beiden wichtigsten Werkzeuge auf Tour, nämlich Twitter und Leatherman, lief die Karre wieder problemlos. Blöd war nur, dass wir so viel  Zeit verloren haben, dass wir die letzten Pässe im Dunkeln fahren mussten. 

So ging der letzte Fahrtag besonders spät und aufregend zu Ende und wurde in unserem "Stammrestaurant" entsprechend gewürdigt. 

Dank an Tom und Stephan! War super mit Euch. 


Zu den Bildern geht es hier lang und hier zu den GPS-Tracks der Tour

Schubladen

Die LGKS-Crew

Ernie Troelf Africa Twin 
VJ Stephan MZ Baghira
Thomas KTM690 LC4  
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